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Kyborg Publishing | ISSN: 2366-3839

Wie Gespräche das Prosoziale in uns fördern, während bloße Notenfixierung unsere Eifersucht und Gier erst sozialisieren

von Tobias O. R. Alke (Kommentare: 1)

Sozialisation & Bildung

In meinem Buch "Ausgewählte Perspektiven des Altruismus" habe ich mich stark gegen eine monetaristisch neoliberale Politik geäußert, da diese durch "Verzahlung" unseres Lebens nur die ungezügelte Ausbeutung von uns und unseren Mitmenschen fördert.
Es ist in etwas informierteren Kreisen kein Geheimnis, dass sich der Vergleich mit anderen meist belastend auf die eigene Psyche auswirkt und eher hinderlich als förderlich wirkt. Wenn Sie einen erfolgreichen Menschen fragen, warum er erfolgreich ist und eine ehrliche Antwort gibt, wird sich darunter immer eine Aussage ihn ähnlicher Art und Weise wieder finden:

 

"Arbeite an Dir selbst um über Dich selbst hinauszuwachsen."

"90% aller Kritik ist Neid"

"Folge Deinem eigenen Weg und nicht dem anderer!"

"Mach das, was Du liebst!"

 

Was hat das ganze nun mit der Notengebung in der Schule zu tun? Wenn wir anfangen uns bereits in der Schule immer nur an den Noten anderer zu Messen wird unser Maßstab immer jemand in unserer Umgebung sein, jedoch nie wir selbst. Wie soll man also über sich selbst hinauswachsen, wenn man die eigenen Grenzen immer an den Grenzen seiner Umwelt misst?
Ich glaube das dies nur in seltenen Fällen zu einer wirklichen Weiterentwicklung beiträgt und dies auch nur zeitlich begrenzt. Wenn wir uns nur an uns selbst messen, können wir in unserem Tempo und aus eigener Kraft weiterentwickeln. Wenn wir nur die Regeln anderer Befolgen, brauchen wir uns nicht zu wundern wenn der persönlichen Entwicklung ständig Steine in den Weg geworfen werden.

In diesem Sinne:

"Folge Deinem Herzen"

Quellen

Kohlmaier, Matthias, 2017: Wer braucht schon Noten? In: Süddeutsche Zeitung (online)

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Kommentar von Tatjana Burchert |

Ich könnte unter jedem Bericht hier ein langgedehntes Jaaaaaa!! setzen. Sie sind alle toll.
Aber hier musste ich doch etwas schreiben:
Ich habe die 60 überschritten und stehe noch fest im Arbeitsleben. Ich arbeite jeden Tag mit Problemkindern. Wobei sie nicht problembehaftet sind wie so viele andere Kinder, die ein zu Hause haben. Bewusst werden unsere Kinder in Stress gehalten, haben längst die Verbindung zur Natur verloren und folgen nach der Schule überwiegend den anerzogenen Gewohnheiten durch Medien, "Spiel"zeugwelt und "Bespaßungs"industrie und .... Viele Eltern sind zwischenzeitlich hilflos und erkennen nicht die wahren Ursachen dafür. Nur der kleinste Teil der Eltern versucht buchstäblich gegen den Strom zu schwimmen und bemüht sich, ihren Kindern Moralwerte zu vermitteln und sie in ihrem Tun zu begleiten.
Dabei sind doch wir Erwachsenen die, die für diese Misere die Verantwortung tragen. Ob nun Noten oder nicht ist nur das kleinste Hindernis. Denn Worte, an statt einer Zensur, können genauso zerschmetternd auf die Psyche eines Kindes wirken. Viel mehr ist es die Form des Unterrichts! UNSERE Kinder haben verlernt Fragen zu stellen. Wie soll so unser Unterbewusstsein dem Kind behilflich werden. Dieser Prozess des Lernens geht völlig verloren. Oder sich selbst Dinge erarbeiten, die Freude kommt völlig zu kurz. Ohne Freude, ohne Glücklichsein bleibt aber nichts dauerhaft im Gedächtnis. Es heißt heute nur noch: Du musst! Und wer möchte schon gerne müssen! Niemand!

Um hier abzuschließen, es beginnt bei jedem selbst. Am Anfang ist dieser Prozess sehr steinig. Aber niemand kommt hier drumherum. Wer sich weigert, darf im nächsten oder übernächsten Leben dieses neu probieren. Jeder muss da durch, um sich entfalten zu können. Eine absolute Grund-Bedingung, um unseren Kindern weiter zu helfen.
Wir können unseren Kindern, unserer ZUKUNFT, nicht geben, was wir selber nicht sind!
In diesen Sinne für unsere gemeinsame Zukunft
Tanja

Antwort von Tobias O. R. Alke

Hallo Tanja,

vielen Dank für Deinen begeisterten Kommentar, und daß Dich dieser sehr gut anspricht. Das mit den Noten ist vor dem Hintergrund des Großen ganzen wirklich nur eine Nebensächlichkeit. Die Unfähigkeit Fragen zu stellen oder aufeinander einzugehen habe ich selbst bei mir (heute 30) schon an der Universität feststellen müssen.

Kommunikation beginnt immer bei uns selbst, das hast Du sehr schön auf den Punkt gebracht. Es wäre für alle förderlich wenn sie sich etwas mehr Zeit nehmen würden einander zuzuhören und auch einmal bereit zu sein die Perspektive des anderen einzunehmen ohne sich selbst dadurch angegriffen zu fühlen. Die Eltern haben grade auch in den ersten Lebensjahren einen massiven Einfluss auf das Kommunikationsverhalten ihrer Kinder in ihrer Vorbildfunktion. Und besonders "gute Noten" (Jack Ma) muss man nicht haben um gut leben zu können, das haben schon sehr viele große Männer und Frauen unserer Zeit und auch in der Geschichte der Menschheit bewiesen. Man muss lernen das große Ganze zu sehen ;-)

In diesem Sinne, weiterhin viel Erfolg bei Deinen Aufgaben und Deiner Weiterentwicklung :-)

Tobias

-- Ergänzung:

Liebe Frau Burchert,

herzlichen Dank für Ihre positiven Worten! Das können wir alles gut nachvollziehen. Es ist gut, daß es Menschen gibt, die so denken und fühlen.

Liebe Grüße DH Alke

Tobias O. R. Alke, M.A. Soziologe / Dipl. SSL

Spiritueller Seminarleiter für Autogenes Training, Psychokybernetik und Energytraining am Kyborg Institut | Studium der Soziologie (Universität Heidelberg - Zivilgesellschaft, Ethik, Nächstenliebe/Altruismus, Leadership, Emotionen, Vertrauen, Management, Personalentwicklung) ... >> Mehr zum Autor <<