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Kyborg Publishing | ISSN: 2366-3839

Für und Wider - von unserer Haltung zur modernen Kommunikationstechnik

von Tobias O. R. Alke (Kommentare: 1)

Die Ablehnung von Smartphones, Sozialen Netzwerken und anderen technischen Entwicklungen ist nicht neu und beschränkt sich keineswegs auf die esoterische oder allgemein alternative Szene. Es gibt Milieus die sich bewusst solche Grundsätze schaffen um als Außenseiter zu leben, als Protest gegen große Entwicklungen.

Die stetige Ausdehnung technologischer Entwicklungen wächst immer mehr in unsere Lebensbereiche hinein. Das ist kaum zu übersehen und kann auch nicht geleugnet werden. Vielen Menschen ist das zu viel und sie wehren sich mit Händen und Füßen dagegen. Einige der Proteste sorgen für die Verbesserung solcher Technologie um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen. Andere sind schlicht und einfach Unwissen oder der Versuch sich gegen eine Entwicklung zu wehren, die sich in dieser oder einer ähnlichen Form durchsetzen wird, ob man sich nun dagegen stellt, oder nicht.

Der einzige Unterschied ist, dass man in seinem Protest gegen eine mittelfristig fest stehende Entwicklung lediglich Energie vergeudet und Möglichkeiten verschenkt um wirklich etwas zu bewegen. Wer sich sein Leben lang darum bemüht die Nutzung des Smartphones zu verhindern, isoliert sich zu allererst von diesem Kommunikationsmedium. Nahezu jeder junge Mensch hat heute ein solches Gerät, die sozialen Medien und Informationssysteme sind heute zunehmend darauf ausgelegt und man kommt eigentlich nicht mehr um Smartphones herum, wenn man nicht den Anschluss an die neuen Trends des zwischenmenschlichen Austauschs verlieren will. Nun kann man sich streiten ob es wirklich zwischenmenschlich ist oder nicht, wenn ein kleines flimmerndes Display zwischen mir und meinem Gegenüber liegt oder ein Mikrofon digitale Signale übermittelt die am jeweils anderen Ende wieder in akustische Wellen umgewandelt werden. Telepathie funktioniert auch ohne direkten Kontakt. Zwillinge können den Gemütszustand des jeweils anderen spüren, selbst wenn er oder sie sich am anderen Ende der Welt befinden. So gesehen ist die moderne Technik ein Versuch diesen Verlust an Wahrnehmungs- und Einfühlungsvermögen den wir in vergangenen Jahrhunderten durch religiösen Dogmatismus verloren haben, wieder auszugleichen. Die meisten Menschen sind sich bedingt durch die Erziehung ihrer geistigen Möglichkeiten gar nicht bewußt. Da mag eine verfeinerte technische Kommunikation eine gute Ergänzung sein.

Auch der traditionelle Buchdruck hat sich gegen die Einführung des Mikrocomputer gewehrt, oh Schreck, jeder normale Bürger kann sich zuhause selbst seine Texte ausdrucken zu einem annehmbaren Preis. Eine Zunft, ein Dogma mit großem Einfluss, verlor an Boden und wehrte sich mit aller Macht gegen dieses Teufelswerk. Ein Teufelswerk welches lediglich die Bedingung einer gesellschaftlichen Entwicklung mit sich brachte, der stärkeren Unabhängigkeit von Druckereien die den Zugang zum Buchmarkt bestimmten und sich nun der Tatsache gegenüber sahen, dass man sie nicht mehr brauchte und sie sich weiter entwickeln müssen, wenn sie weiter Anschluss an die Gesellschaft haben wollen. Um nichts anderes geht es beim Smartphone. Sicher, man kann mit einem Smartphone überwacht, ja sogar abgehört werden.

Nur geht das auch alles ohne ein Smartphone zu besitzen und ist lange Tradition in allen Epochen unserer kulturellen Geschichte, ob nun im alten Rom, rund 700 vor Christus, im Mittelalter oder heute. Zu allen Zeiten gab es eine Art Sitten- und Geheimpolizei, die für die Einhaltung einer jeweiligen Ordnung sorgten. Heute werden nahezu alle öffentlichen Verkehrsmittel Video-überwacht, öffentliche Einrichtungen (auch Teile meiner UNI in Heidelberg), öffentliche Straßen, Supermärkte, Elektronikfachhändler, Autobahnen, … etc.

Doch letzten Endes kann uns niemand wirklich in den Kopf schauen und unsere Gedanken werden immer uns selbst gehören, unser Äther vergangener Erfahrungen und Zeiten entzieht sich jeder materialistisch orientierten Technologie. Ja die allgemeine Wissenschaft will gar ihre Existenz leugnen, selbst wenn Kollegen aus ihren eigenen Reihen, darunter viele Gründerväter ihrer Disziplinen teilweise seit Jahrhunderten das Gegenteil behaupten.

Nur die materialistisch orientierten Menschen sind standardisierbar und damit definitiv berechenbar. Die spirituellen Forscher, oder solche die anfangen sich auf diesem Weg zu bewegen, haben immer Möglichkeiten andere Wege zu beschreiten und können aus den bürokratischen Rastern ängstlicher Dogmatiker ausbrechen, selbst wenn sie sich der Werkzeuge der Massen bedienen. Ich bin Soziologe, ausgebildet in der Analyse und Kategorisierung der Gesellschaft, ihrer Randgruppen und ihrem Kern, der Volksmasse. Meine Aufgabe war und ist es in gewisser Weise noch immer, Menschen zu klassifizieren, nur das ich die vorherrschende Zunft verletze und mich der Informationen und Erkenntnisse außerhalb der Soziologie bediene um das Bild wieder näher an die Natur heranzuführen. Das schließt technologischen Fortschritt keineswegs aus. Selbst mein Vater Harald schreibt das auf der ersten Seite der Begleitbroschüre der Horus Energiepyramiden!

Entscheidend ist nicht die Technik, sondern wer und wie er sie einsetzt.

Man kann ein Messer als Werkzeug nutzen um Essen zu zu bereiten, sich Nahrung zu beschaffen, gegebenenfalls sich zu verteidigen, oder man kann anderen und sich selbst damit schaden. Das Messer trägt an keiner der Anwendungsformen eine Verantwortung oder irgendeine Mitschuld. Geschmiedet wurde es vom Menschen, und nicht von bösen oder guten Kräften. In erster Linie diente es dem Zweck einer Arbeitserleichterung.

Hat der Mensch deshalb den Kontakt zu sich selbst verloren, erst recht die Menschheit als ganzes in jedem Winkel ihrer Ausprägungen und Vielfalt? Es wird immer unterschiedliche Entwicklungsstufen in der Menschheit als Gesamtgesellschaft geben, alleine schon aus dem Grund des unterschiedlichen Zugangs zu Wissen, kultureller Entwicklung und dem Umstand, dass wir nicht als erwachsene geboren werden. So gesehen kann uns Technologie sogar sehr viele Freiräume für spirituelle Entwicklung schaffen. Sie ist in Form eines Smartphones oder heute allgemein verbreiteter Technologien keineswegs spirituell, kann jedoch zur Verbreitung spirituellen Wissens dienen oder uns Arbeit abnehmen, sofern wir uns nicht von Ängsten, Befürchtungen und Fehlinformationen unwissender oder schlechter Menschen etwas anderen einreden lassen.

Ein Beispiel hierfür bieten die drei größten IT-Konzerne. Google, der allgegenwärtige „Anbieter“ so günstiger Smartphones bietet doch nur rund 1,5-2 Jahre Service für Programmsicherheit und ist damit stärker als die anderen auf den stetigen und massenhaften Konsum neuer Smartphones durch uns als Nutzer angewiesen. Microsoft, der schwerfällige und bürokratische Gigant der zunehmend an Boden verloren hat und den Spielemarkt als neues Hauptziel auf seinen Xbox Live Service betreibt versucht mit sehr günstigen aber schlecht mit Programmen versorgen Smartphones Boden zu fassen und bindet den Support an die Lebensdauer seines neuen Windows 10 von 5 Jahren, aktuell bis 2020. Apple stellt alles im eigenen Hause her, macht kein Geheimnis aus seinem Profit aus seinem Hardwaregeschäft und beliebter Dienstleistungen wie iTunes und liefert den wohl längsten Service für seine Geräte von fast 8 Jahren, und als einziger ohne Abonnements für Büro- und Betriebsanwendungen mit einer beachtlichen Fülle an Anwendungen. Zumindest so die aktuelle Lage, die immer wieder schwanken und sich verschieben wird, je nachdem, wessen Interessen verfolgt werden und wie sich die Gesellschaft und die darin befindlichen Unternehmen und Menschen entwickeln. Jeder muss selbst entscheiden, was für ihn das richtige ist. Wer Anschluss an die allgemeine Gesellschaft erhalten will, kommt in fast keinem Lebensbereich an einem dieser Anbieter vorbei. Deswegen ist Technologie als solche nichts schlimmes. Auch die Energiepyramiden sind eine Form der Technologie, allerdings näher an der Natur und mit Zugang zum kosmischen Bewusstsein. Dennoch werden sie in ihrer fein verarbeiteten Form auch mit völlig unspirituellen Technologien geschaffen und präzise verarbeitet.

Auch um ein schönes Haus zu bauen und uns einen schönen Platz zum meditieren zu schaffen, unseren privaten Rückzugsort, nutzen wir moderne Technologie, ohne daß in diesem Fall Kritik notwendig wäre. Ob man dann allerdings sein Haus elektronisch aufrüstet, muß jeder selbst wissen.

Wenn wir uns doch auf dieses Spiel des generellen Protestes gegen Entwicklung und Veränderung einlassen, grade als spirituelle oder spirituell veranlagte Menschen, haben die bürokratischen Menschen, die uns von eben diesem spirituellen Weg abhalten wollen, schon gewonnen. Wir werden klassifiziert als alternaive Protestler, eingereiht in eine messbare Zahl und erfasst im großen Reigen der Bürokratie.

Bewahren wir uns die Freiheit unseres Geistes! Wer wirklich frei sein will, sollte sich nicht in ängstlichen Protesten gegen feststehende Entwicklungen einwickeln lassen. Nutzen wir die moderne Technologie, dann werden wir als „normaler“ Bürger gelten, und können doch im Geiste gehen wohin wir wollen. Lediglich die allgemeinen Konsumfloskeln greifen bei uns kaum und wir stellen mehr ein Problem für den Einzelhandel dar, als für den bürokratischen Apparat, der nur sich selbst zu erhalten versucht und sich nur sicher wähnt, wenn er jeden Stein gekennzeichnet und in einem Register erfasst hat.

Man kann Technologie als ein Mittel der Kommunikationserleichterung, der Arbeitserleichterung und Abkürzung von Kommunikationswegen nutzen, oder man kann sich dagegen stellen und sauber in einer bürokratischen Kennzeichnung zahlenbewusster Bürokraten als Protestler kennzeichnen lassen. In keinem der beiden Fälle können wir uns wirklich der Gegenwart dieser Technologien entziehen. Nur im Falle des Arrangements, können wir selbst unseren Nutzen daraus ziehen und uns neue Freiräume für unsere spirituelle Entwicklung schaffen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern und Menschen ein bewusstes, unbeschwertes Leben und Erfolg bei Ihren Lebensaufgaben, auch im großen gesellschaftlichen Ganzen mit seinen Eigenarten und Entwicklungen.

Herzliche Grüße,
Tobias Alke

Nachtrag - zur Erinnerung - ein altes deutsches Volkslied.

Es kann uns zeigen, daß die Zustände, die heute kritisiert wurden, sich in den letzten 300 Jahren kaum geändert haben!

 

Die Gedanken sind frei,
wer kann sie erraten,
sie fliegen vorbei
wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger erschießen,
es bleibet dabei:
die Gedanken sind frei.

Ich denke, was ich will,
und was mich beglücket,
doch alles in der Still,
und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren
kann niemand verwehren,
es bleibet dabei:
die Gedanken sind frei.

Ich liebe den Wein,
mein Mädchen vor allen,
sie tut mir allein
am besten gefallen.
Ich bin nicht alleine
bei meinem Glas Weine,
mein Mädchen dabei:
die Gedanken sind frei.

Und sperrt man mich ein
im finsteren Kerker,
das alles sind rein
vergebliche Werke;
denn meine Gedanken
sie reißen die Schranken
und Mauern entzwei:
die Gedanken sind frei.

Drum will ich auf immer
den Sorgen entsagen
und will mich auch nimmer
mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen
stets lachen und scherzen
und denken dabei:
die Gedanken sind frei.

- Urheber unbekannt -

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Kommentar von Georg |

Ein guter Gesellschaftskommentar und ein interessanter Standpunkt deinerseits!

Antwort von Tobias O. R. Alke

Herzlichen Dank für Deinen positiven Kommentar Georg.

Tobias O. R. Alke, M.A. Soziologe / Dipl. SSL

Spiritueller Seminarleiter für Autogenes Training, Psychokybernetik und Energytraining am Kyborg Institut | Studium der Soziologie (Universität Heidelberg - Zivilgesellschaft, Ethik, Nächstenliebe/Altruismus, Leadership, Emotionen, Vertrauen, Management, Personalentwicklung) ... >> Mehr zum Autor <<